4.2.24

Warum Ideen notieren sinnvoll ist

Plötzlich taucht eine neue Idee auf. Sie kann genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen ist. Indem Du Deine Einfälle sofort aufschreibst, verhinderst Du, dass sie in der Hektik des Alltags untergehen. Was daraus entsteht, ist zumeist noch offen. Doch alle großen Werke, kreativen Projekte oder Lösungen für komplexe Probleme haben zunächst als Gedankenblitz begonnen.

In diesem Blogbeitrag geht es daher um die wichtige Bedeutung von Ideen. Du erfährst, wie Du Deine Ideen gezielt sammeln und die damit verbundenen Denk- und Schreibprozesse verbessern kannst.

Gesellschaftlicher und individueller Antrieb
Viele Menschen glauben, dass Ideen ein seltenes Phänomen sind, das nur wenige auserwählte kreative Genies erleben. Innovationen sind jedoch der Motor, der unsere Gesellschaft am Laufen hält. Sie sind für soziale und politische Konzepte ebenso wichtig wie für die Forschung, für Erfindungen und für Technologien. Ohne neue Ideen würde es keine Produkte, keine Geschäftsmodelle, geschweige denn Business-Strategien geben. Wir hätten weder Kunst noch Design, und schon gar keine Literatur. Auch dieser Blog wäre ohne meine Impulse nicht existent.

Ähnlich wichtig sind sie auf persönlicher Ebene. Ideen sind täglicher Teil Deines Alltags. Sie umfassen sowohl die kleinen, alltäglichen Gedanken, die Dir durch den Tag helfen, als auch große, lebensverändernde Visionen. Ideen bilden das Fundament Deiner individuellen Kreativität. Du brauchst sie für Deine Projekte und Hobbys, berufliche Entwicklung, alltägliche Problemlösung, persönliches Wachstum, zwischenmenschliche Kommunikation und Entscheidungsfindung.

Was Ideen notieren bringt 
In der heutigen schnelllebigen Zeit sind rasche Lösungen besonders wichtig. Niemanden interessieren veraltete Methoden. Umso wichtiger ist, dass Du Deine kreativen Impulse sofort aufschreibst. Dadurch bringst Du Ordnung in die Flut Deiner Gedanken. Es unterstützt Dich außerdem, Deine Kreativität zu entfalten, Probleme zu lösen sowie persönliche oder gesellschaftlich relevante Ziele zu erreichen. 

Plötzliche Eingebungen, wie etwa im Gespräch oder während eines entspannten Augenblicks, tauchen schnell auf und geraten rasch wieder in Vergessenheit. Vielleicht kennst Du die Redensart: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst? Sie stammt aus dem Mittelalter und betraf die bäuerliche Reihenfolge an der Mühle zum Mahlen des Getreides. Das dahinter liegende Prinzip ist viel älter und kann auf Ideen übertragen werden. Wer rechtzeitig dran ist, wird den flüchtigen Geistesblitz als Notiz einfangen, ansonsten hat er diese Chance vertan und die Idee ist wenige Minuten später wieder weg.

Vom Aufschreiben profitiert auch Dein Geist:
  1. Das Notieren Deiner Einfälle schärft automatisch Deine Wahrnehmung. Indem Du sie zu Papier bringst, schenkst Du kreativen Momenten mehr Aufmerksamkeit. Wie reagiert Dein Gehirn? Aufgrund seiner Fähigkeit, sich an die jeweiligen Anforderungen anzupassen, wird es Dir automatisch mehr davon liefern. Ideen zu notieren ist ähnlich wie das Bewegen Deines Körpers, eine Art kreatives Muskeltraining Deines Gehirns. Das hat mit der sogenannten Neuroplastizität des Gehirns zu tun, die ich schon an anderer Stelle, wie etwa in meinen YouTube-Videos ausführlich erkläre.
  2. Die Anpassungsfähigkeit gilt auch für Lösungen von Problemen. Solche tauchen oft in unerwarteten Momenten auf. Das sofortige Notieren dieser wichtigen Einfälle kann entscheidend sein, um komplexe Herausforderungen souverän zu bewältigen. Denn zeitgleich trainierst Du die Lösungskompetenz Deines Gehirns.
  3. Fortgeschrittene nutzen diese Fähigkeit auch zur Verwirklichung ihrer Ziele. Denn bekanntlich ist das Aufschreiben der Ziele bereits der erste Schritt zu deren Verwirklichung. Du kennst sicher etliche Menschen, die gar keine Ziele haben. Erst wenn Du ein Ziel verschriftlichst, beginnt für Dein Gehirn der Startschuss, sich damit ernsthaft zu beschäftigen. Als ob es wüsste, dass Du durch das Aufschreiben Deine Ziele ernst nimmst, ist es Dir dabei behilflich, einen Plan auszuarbeiten und wird Dich mit weiteren Ideen belohnen.
Das Aufschreiben Deiner Ideen hilft Dir, diese Gedanken zu vertiefen und zu verarbeiten, was Dein Gehirn beim Erinnern und Reflektieren unterstützt. Ich bin immer wieder überrascht, wie neue Ideen auf Papier fast wie von Zauberhand für weitere Ideen sorgen. Neben den damit verbundenen positiven Effekten entsteht im Laufe der Zeit Deine umfangreiche Sammlung, auf die Du jederzeit zurückgreifen kannst, wenn Du sie einmal brauchen solltest. 

Warum Handschrift punktet
Auch wenn es mittlerweile unzählige digitale Notizbuch-Tools gibt, und Du vielleicht so wie ich ein technikbegeisterter Mensch bist, haben handschriftliche Notizen viele Vorteile. 
  • Papier steht sehr kostengünstig und weltweit überall zur Verfügung, egal wo Du gerade bist. Notizblöcke und Notizbücher gibt es in allen Ausführungen und Formaten, sodass sie auf Reisen, beim Sport oder im Schlafzimmer schnell bei der Hand sind. Für Spezialeinsätze gibt es sogar wasserfestes Papier und Stifte, mit denen Du sogar unter Wasser schreiben kannst.
  • Dein Notizbuch hat kein Ablaufdatum und braucht keine Updates. Es steht Dir so lange zur Verfügung, bis Du es ausgeschrieben hast, selbst wenn es über Jahre hinweg nur gelegentlich  gebrauchst. Über Strom und Internet brauchst Du Dir ebenfalls keine Gedanken zu machen. Neben einem Stift braucht Du nur ausreichend Helligkeit. Im Notfall reicht eine Taschenlampe oder Kerzenlicht. 
  • Papier fördert außerdem Deine kreative Vielfalt. Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Formate und Schreibutensilien. Auch bei den Farben, der Wahl und Art von Schrift(größe) oder der Darstellung von Text, Formeln, Skizzen, Zeichnungen, Stempel, Aufkleber oder sonstigen Collagen sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. Bringe Deine Ideen so zu Papier, wie es Deinem Naturell entspricht, ohne durch technische Einschränkungen eines Geräts oder einer Software begrenzt zu sein. Im Gegensatz zur Digitaltechnik, die oft mit Benachrichtigungen und anderen Ablenkungen verbunden ist, bietet Dir Dein Notizbuch oder Notizblock Ruhe für Deine Gedanken und Kreativität.
  • Schreiben mit Stift auf Papier schafft andere mentale Verbindungen in Deinem Gehirn. Aus der neurologischen Forschung wissen wir, dass beim handschriftlichen Schreiben andere Gehirnregionen aktiv sind als bei digitalen Geräten. Schau Dir dazu gerne mein YouTube-Video an, das eines der ersten war, die ich dort veröffentlich habe. Studien haben gezeigt, dass Schreiben mit der Hand die Erinnerung und das Verständnis von Informationen verbessern kann. Es kann dazu beitragen, dass Du Deine Ideen tiefer verstehst und leichter weiterführende Ideen entstehen. Meiner Erfahrung nach ist es häufig so. Wer das weiß, wird vermutlich allein schon aus diesen Gründen die kreativförderlichste Methode verwenden, die meiner Ansicht nach das Notieren auf Papier ist.
Falls Du jemand bist, der nur digitale Tools nutzt: Du kannst diese natürlich weiter verwenden. Ich habe mich in diesem Blogbeitrag bereits als technisch begeisterter Mensch geoutet, der sie grundsätzlich gerne verwendet. Diese sind zu einem späteren Zeitpunkt gefragt. Kreative Prozesse mit digitalen Geräten waren für mich jedoch nie so ergiebig, flexibel und kreativitätsförderlich wie das Arbeiten mit Papier. Die Ergebnisse aus der Gehirnforschung sprechen eine klare Sprache, welche die Überlegenheit handschriftlichen Schreibens gegenüber digitalen Geräten beweisen. Wer regelmäßig viele gute Ideen benötigt, sollte daher einen Wechsel auf Papier in Erwägung ziehen.

Nützliche Techniken
Die beiden nachfolgenden Techniken ergänzen einander und ich setze sie gerne beim Notieren von Ideen ein: Ideensammlungen und Mindmaps. Vorweg noch ein Tipp für zielorientierte und/oder genaue Menschen: Bringe Dich beim Aufschreiben von Ideen in einen kindlich-spielerischen Zustand. Er ist für kreatives Denken förderlich. Sosehr ich die Freude an der Bewertung von Ideen, am Strukturieren oder Organisieren nachvollziehen kann, benötigst Du diese Sichtweisen zu Beginn noch nicht, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt. Daher ist es auch nicht Thema dieses Blogbeitrags.  

Pool für Ideen
Die Ideensammlung ist ein unsystematisches Sammelsurium von Gedanken. Stelle es Dir ähnlich wie ein Brainstorming in der Gruppe vor. Im ersten Schritt werden beliebig viele kreative Impulse in den Raum geworfen und aufgeschrieben. Hier gleich ein Beispiel: Wenn Du Ideen für Deinen Blog sammeln möchtest, könntest Du in Deinem Notizbuch eine Doppelseite dafür reservieren. Das geht ganz einfach. Am oberen Rand der Doppelseite schreibst Du als Überschrift "Blog-Ideen". Darunter notierst Du Dir wie bei einem Brainstorming eine bunte Mischung an Stichworten mit Themen, die Dir gerade einfallen und über die Du in Deinem Blog schreiben möchtest. 

Falls beim Notieren einer Idee weiterführende Gedanken entstehen, könntest Du der neuen Blog-Idee eine weitere Doppelseite widmen. Achte auch hier darauf, dieser Doppelseite eine Überschrift zu geben, damit Du auf einen Blick siehst, worum es bei dieser Ideensammlung geht. Liste auch hier alle Gedanken auf, die Dir gerade einfallen. Wer möchte, kann natürlich seine Ideen skizzieren, aufzeichnen, Sticker oder Bilder einkleben. Wer eine große Schrift hat oder sehr viele Ideen hat, schreibt auf der nächsten Doppelseite weiter. Falls Du zu einem späteren Zeitpunkt weitere Ideen zum gleichen Thema hast, schreibst Du auf der nächsten Doppelseite weiter und gibst den Ideensammlungen fortlaufende Nummern.

Hier noch einmal der Hinweis: Beachte beim Notieren von Ideen einen ähnlichen Ablauf wie beim Brainstorming. Zu Beginn steht immer der kreativ-spielerische Aspekt im Vordergrund. Das Bewerten und weitere Strukturieren sind in dem Moment noch gar nicht gefragt, sondern erfolgt erst später in einem zweiten Schritt. Wer hemmungslos und munter darauf losschreibt, wird überrascht sein, welche interessanten weiteren Ideen automatisch entstehen, sobald Du die ersten Gedanken zu Papier gebracht hast.

Ideenlandkarte
Falls Du ein visueller Typ bist, wirst Du möglicherweise bereits Mindmaps kennen. Diese Technik wurde von Tony Buzan geprägt und verbreitet. Wenn Du als visueller Typ eine erste Idee hast, könnte eine Mindmap eine hilfreiche Methode sein, um wichtige Gedanken zu Papier zu bringen. 

Du startest mit der zentralen Idee in der Mitte des Blattes. Dafür kannst Du Dein Notizbuch oder den Notizblock um 90 Grad drehen. Dort machst von dort ausgehend eine Linie zur Seite und notierst Dir am anderen Ende dieser Linie einen weiteren Gedanken oder machst anstelle dessen eine Skizze. Diese Linie-Wort-/Zeichnung-Notizen setzt Du rund um diese zentrale Idee fort. Ich gehe meistens im Uhrzeigersinn vor und notiere mir schnell alle Stichworte, die mir dazu einfallen. 

Du kannst ganz am Ende über Gemeinsamkeiten und Querverbindungen nachdenken. Es ist für die erste Notiz jedoch nicht erforderlich. Auch hier gilt wie bei der Ideensammlung: achte auf den spielerisch-kreativen Zugang und mache es Dir möglichst einfach. 

Weitere Tipps
Das Notieren von Ideen ist ganz einfach. Es eignet sich für Menschen aller Altersgruppen und mit jedem Bildungshintergrund. Bleibe dabei stets flexibel und lasse Dich dabei von den jeweiligen kreativen Gedanken leiten. Passe die zuvor genannten Methoden an Dich an und ändere sie so, wie sie für Dich am besten passen. Auch das ist kreative Vielfalt. Diese Flexibilität hilft Dir dabei, das zu finden, was für Dich und im jeweiligen Moment am besten passt.

Idealerweise integrierst Du das Notieren von Ideen in Deinen Alltag und entwickelst daraus eine Gewohnheit, wie ich das seit vielen Jahren tue. Finde Orte und Tageszeiten, die besonders ergiebig sind und Dir viele gute Ideen bieten. Das regelmäßige Notieren hilft Dir dabei, keine wichtigen Ideen zu vergessen und ist darüber hinaus auch ein exzellentes Kreativtraining für Dein Gehirn. 

Beachte dabei, alle neuen Ideen stets mit einer freundlichen und optimistischen Haltung zu begrüßen. Jegliche Form von Stress, Ungeduld, negativem Denken oder Selbstkritik führt dazu, dass diese wertvolle Quelle, die uns allen unbegrenzt zur Verfügung steht, rasch wieder versiegt.

Schreibe mir gerne Deine Erfahrungen beim Notieren von Ideen oder vielleicht hast Du auch ergänzende Anregungen.

14.1.24

Brauche ich Social Media?

Viele angehende Autorinnen und Autoren und andere selbstständig und kreativ arbeitende Menschen stellen sich die Frage, ob es sinnvoll ist, in Social Media aktiv zu sein. Sobald Du nicht mehr nur für Dich allein schreibst oder arbeitest, sondern mit Deiner Arbeit auch andere Menschen erreichen möchtest, ist Social Media wichtig. Selbst, wenn Du nur für Dich schreibst, können soziale Netzwerke für Dich interessant sein. Genau deshalb werfe ich heute einen Blick auf soziale Medien und gehe darauf ein, welche Klippen Du bestmöglich umschiffen solltest und wie Du bestmöglich davon profitieren kannst.

Entstehung

Als der britische Informatiker Tim Berners Lee 1989 das World Wide Web erfand, hatte er bereits die Vision, eine Methode zu schaffen, mit der Informationen effizient zwischen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen in verschiedenen Institutionen und Ländern geteilt werden können. Das Web war ursprünglich als ein offenes und dezentralisiertes System konzipiert, in dem jede und jeder Informationen veröffentlichen und auf die Beiträge anderer zugreifen konnte.

In der Praxis gelang dies erst Anfang der 2000er-Jahre durch das sogenannte „Web 2.0“. Es charakterisierte sich dadurch, dass Inhalte nicht mehr nur von einzelnen Personen oder Gruppen geteilt wurden, sondern von vielen Nutzerinnen und Nutzern erstmals aktiv erstellt werden konnten. Dies förderte die Interaktivität und Vernetzung von Inhalten und den Menschen, die auf solchen Plattformen unterwegs waren, wodurch Anwendungen benutzerfreundlicher wurden. Dieser Schritt veränderte die Art und Weise, wie Menschen online kommunizieren und Informationen teilen, und bildete die Grundlage für soziale Medien.

Anfangs waren Plattformen wie Myspace, StudiVZ, Xing oder Facebook einfache Mittel zur Vernetzung mit privaten oder beruflichen Kontakten. Mit der Zeit haben sich jedoch ihre Funktionen und ihr Einfluss deutlich erweitert. Heute sind soziale Medien ein komplexes und miteinander verwobenes Geflecht aus Interaktion, Unterhaltung, Werbung und Nachrichtenverbreitung. Sie bieten nicht nur eine Plattform für persönliche Ausdrucksformen für Kreative und Selbstständige, sondern sind auch für viele andere Gruppen zum wichtigen Werkzeug für die Verbreitung ihrer Botschaften geworden.

Im digitalen Zeitalter hat sich die Landschaft der sozialen Medien ständig weiterentwickelt. Plattformen wie YouTube, Instagram, TikTok und LinkedIn kamen dazu und haben spezifische Nischen besetzt, von Videos über visuell orientierten Inhalten bis zu professionellen Netzwerken. Diese Vielfalt ermöglicht es, die Menschen auf unterschiedlichste Weise zu erreichen. 

Nachteile

Trotz ihrer zahlreichen Vorteile, auf die ich nachfolgend eingehen werde, bergen soziale Medien auch Schattenseiten. Eine der größten Herausforderungen ist die Zeit und der benötigte Aufwand, um eine konstante Präsenz aufrechtzuerhalten. Das regelmäßige Erstellen von Inhalten, das Reagieren auf Kommentare und das Aufbauen einer Community können schnell zu viel werden.

Ich bin mittlerweile auf so gut wie jeder Plattform präsent: Facebook, Instagram, Threads, LinkedIn, TikTok. Ich betreibe seit mehr als zwei Jahren diesen Blog, seit 2,5 Jahren einen YouTube-Kanal und im März wird der Schreibgeflüster-Podcast ebenfalls zwei Jahre alt. 

Ich habe vor längerem das Zitat gehört: „Social Media ist kein Sprint, sondern ein Marathon.“ Das ist auch meine persönliche Erfahrung. Wie oft habe ich in den vergangenen Jahren beobachtet, dass viele mit großem Enthusiasmus in Social Media gestartet sind, aber binnen kürzester Zeit wieder damit aufgehört haben. 

Auch wenn ich grundsätzlich große Freude daran habe, meine Inhalte auf vielfältige Weise zu teilen, ist es auch schon bei mir vorgekommen, dass ich meinen wöchentlichen Intervall, entweder ein neues Video auf YouTube, einen neuen Blogbeitrag oder eine neue Podcast-Episode zu veröffentlichen, nicht eingehalten habe, weil ich durch zeitintensive Aus- und Fortbildungen nicht dazu gekommen bin. Die Welt ist durch die kurze Pause auch nicht untergegangen, sondern ich habe einfach weiter gemacht. Das ist mit vielen anderen Aktivitäten vergleichbar: Erfolg stellt sich nur ein, wenn wir längerfristig dran bleiben.

Viele haben außerdem das Bedenken, dass die eigene Arbeit in der Flut von Informationen untergeht. In einer Welt, in der mittlerweile jede und jeder Inhalte erstellen kann, ist es schwierig geworden, sich von anderen abzuheben und eine treue Community aufzubauen. Die ständige Beschäftigung mit sozialen Medien kann schnell zu einem ständigen Vergleich mit anderen führen, was sich negativ auf die eigene Kreativität und das Selbstwertgefühl auswirken könnte. Achte daher stets darauf, dass Du Dich nur mit Dir selbst und nicht ständig mit anderen vergleichst.

Es ist einerseits sehr praktisch, wie einfach es durch Social Media geworden ist, uns von anderen inspirieren zu lassen. Dies begünstigt jedoch auch unethisches Verhalten. Oft konnte ich bereits beobachten, wie einige Kreative mit hoher Reichweite die Ideen von anderen 1:1 kopiert haben und dafür sogar noch vom eigenen Publikum beklatscht wurden. Dieses Dilemma wird uns vermutlich in Zukunft noch stärker beschäftigen, weil künstliche Intelligenz die Geschwindigkeit, mit der wir Inhalte erstellen und teilen können, beschleunigt.

Viele Menschen lehnen überdies Aktivitäten in sozialen Medien ab, weil sie Kritik von außen befürchten. Unerwartete negative Kommentare können zwar eine Herausforderung sein, aber auch eine Chance für Entwicklung bieten. Wichtig ist, dass Du auf Kritik professionell reagierst. Frage Dich zuerst, ob es konstruktives Feedback ist, oder ob jemand unangemessene oder beleidigende Kritik äußert. Feedback kann nützlich sein, Dir wertvolle Einblicke bieten und Möglichkeiten zur Verbesserung aufzeigen. Auf unangemessene oder beleidigende Kritik zu reagieren, ist hingegen sinnlos. Solche Kommentare kannst Du einfach löschen.

Ein weiterer häufiger Punkt, der viele vor Social Media zurückschrecken lässt, ist Datenschutz. Verwende starke und einzigartige Passwörter für jedes Konto und aktiviere die sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung, wo immer dies möglich ist. Das bedeutet, dass Du Dein Passwort nicht nur über ein Endgerät eingibst, sondern auch mit einem zweiten Gerät bestätigen musst. Das ist eine gängige Maßnahme, um Dich vor Identitätsdiebstahl zu schützen. Durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung fällt es Kriminellen schwerer, auf Deine Daten zuzugreifen. 

Meta bietet für Facebook und Instagram (und dadurch auch für die neue Plattform Threads) seit einiger Zeit auch die Möglichkeit, sich verifizieren zu lassen. Dieses Angebot ist zwar kostenpflichtig, bietet jedoch Deinen Followern die Sicherheit, dass Du hinter Deinem Account steckst, was für Autorinnen und Autoren und andere kreativ tätige Menschen wichtig sein könnte. Auch ich leiste mir aus genau diesem Grund die Verifizierung. Ich möchte, dass alle Follower auf Facebook, Instagram und Threads sicher sein können, dass sie es mit mir und keinem Fake zu tun haben.

Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass Du mit Informationen, die Du in Social Media teilst, vorsichtig umgehst. Dies gilt ganz besonders für private Informationen, Kontaktdaten oder Standorte. Denke daran, dass der Schutz der Privatsphäre ein wesentlicher Bestandteil des Aufbaus und der Pflege einer vertrauensvollen Beziehung zu Deiner Community ist. 

Bekanntlich sammeln auch soziale Netzwerke Daten ihrer Nutzer und Nutzerinnen, was ebenfalls ein Punkt ist, der viele Leute davon abhält, in Social Media aktiv zu sein. Einerseits wollen sie Dir nur jene Informationen zeigen, die für Dich interessant sind, damit Du die Plattform möglichst lange nutzt. Andererseits werden die über Dich gesammelten Informationen dazu verwendet, um Dir Werbung anzuzeigen. Dies ist jedoch nicht nur auf Social Media beschränkt, sondern gilt auch für viele andere Aktivitäten im Internet, wie die Suche über Google. 

Wenn Du das weißt, kannst Du dies jedoch auch zu Deinem Vorteil nutzen. Beschäftige Dich nur mit Inhalten, die Dich in Deiner kreativen Arbeit weiter bringen. Beachte, dass es im Laufe der Zeit zur Bildung sogenannter „Filterblasen“ kommen kann. Das bedeutet, dass Dir immer mehr von etwas angezeigt wird und Du dadurch das Gefühl hast, dass alle so denken könnten. Dieser „Filterblase“ kannst Du leicht entkommen, indem Du Dich gezielt mit anderen Sichtweisen beschäftigst.

Vorteile

Dennoch bieten soziale Medien immense Vorteile. Du findest viele Inhalte, die für Deine Recherche hilfreich sind oder von denen Du etwas lernen kannst. Viele Fachleute teilen einfach und leicht verständlich ihr Know-how. Solche Beiträge wirst Du nicht über klassische Suchmaschinen, sondern nur innerhalb einer Plattform finden. Allein dieser Aspekt ist schon ein wichtiger Grund, um zumindest mit einem Profil angemeldet zu sein. Denn nur dann hast Du Zugriff auf Suche und die jeweiligen Inhalte.

Social Media darf auch Spaß machen: Zahlreiche unterhaltsame Beiträge warten darauf, von Dir entdeckt zu werden. Genauso erfreulich ist der Aufbau und die Pflege von neuen Kontakten. Vernetze Dich mit anderen Kreativen aus Deiner Branche oder mit inspirierenden anderen Leuten. Beides kann Deine Arbeit bereichern. 

Ich lerne in Social Media gerne spannende Menschen kennen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Das geht ganz einfach: Schreibe einen Kommentar unter einem interessanten Beitrag. In vielen Fällen entsteht dadurch ein Austausch, der Ausgangspunkt einer neuen Verbindung sein kann. Die von Meta in Europa Mitte Dezember gestartete neue Plattform Threads ist dafür hervorragend geeignet. Dort war es von Beginn an völlig normal, Beiträge von wildfremden Leuten zu kommentieren.

Nutze die Möglichkeit des direkten Feedbacks und der Interaktion mit der eigenen Community. Tausche Dich mit potenziellen Lesern und Leserinnen aus, frage sie nach ihren Interessen und Bedürfnissen. Dies bietet Dir wertvolle Einblicke in die Gedanken Deiner Leserschaft, was wiederum zur Verbesserung Deiner eigenen Inhalte, Produkte oder Dienstleistungen beitragen kann. 

Nicht zuletzt sind soziale Medien ein wichtiges Instrument für Marketing und Markenbildung. Durch das Teilen Deiner Geschichten, Werte und Visionen können sich Schreibende, Kreative und Selbstständige eine starke persönliche Marke aufbauen und sich dadurch von der Konkurrenz abheben. Durch soziale Medien kannst Du mehr Sichtbarkeit erlangen und eine größere Gruppe von Menschen erreichen. 

Plattformen wie Instagram, TikTok und Pinterest sind ideal, um visuelle Inhalte zu präsentieren, während LinkedIn und – wie zuvor dargestellt – die neue Plattform Threads hervorragend dazu geeignet sind, um Netzwerke aufzubauen und Branchennachrichten zu teilen. Alle haben den Vorteil, dass Du direktes Feedback von Fans und Followern einholen kannst. Es kann Dir wertvolle Einsichten bieten, um Deine Arbeit zu verbessern und eine stärkere Bindung zu Deinem Publikum aufzubauen.

Wenn Du gerne schreibst, jedoch nicht die üblichen Social-Media-Plattformen aktiv nutzen möchtest, könntest Du darüber nachdenken, Deinen eigenen Blog zu starten. Damit kannst Du sofort Einblicke in Deine Arbeit geben. Obendrein bist Du – sofern Du den Blog auch auf Deine Website integrierst – von externen Plattformen unabhängig. Dadurch sind die Blogbeiträge von Suchmaschinen leichter zu finden. Wenn Du Dich fürs Schreiben interessierst, jedoch bislang nicht viel eigene Praxis mitbringst, ist Dein eigener Blog ein exzellentes Training und ein idealer Einstieg in Deine regelmäßige Schreibroutine. Erst kürzlich habe ich einen Blogbeitrag mit Tipps veröffentlicht, wie Du Deinen eigenen Blog starten kannst.

Strategisch vorgehen

Die Entscheidung, in sozialen Medien aktiv zu sein, bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Du wirst dort langfristig gesehen nur erfolgreich sein, wenn Du für Dich eine Strategie findest, wie Du für Dich die Vorteile möglichst maximierst und gleichzeitig die Belastungen so gering wie möglich hältst. 

Aufgrund meiner Erfahrungen möchte ich Dir einige Überlegungen mitgeben, die Du zur Entwicklung Deiner persönlichen Social-Media-Strategie berücksichtigen könntest:

  • Tipp 1: Konzentriere Dich auf die Erstellung von Inhalten, die sowohl Deiner Persönlichkeit als auch Deinem Publikum entsprechen. Lasse Dich nicht von Vorgaben anderer in die Irre leiten, wie etwas zu sein hat, sondern mache ausschließlich das, was Dir Freude bereitet und bei Deinen Followern gut ankommt. Achte dabei auf eine ausgewogene Mischung: Biete interessante Inhalte, um Dich, Deine Arbeit und/oder Dein Wissen zu zeigen und gehe gleichzeitig mit Deinen Followern in Austausch, indem Du ihnen gezielt Fragen stellst und auf ihre Antworten, Fragen oder Wünsche eingehst. Manche Plattformen wie Facebook, Instagram, LinkedIn oder YouTube bieten auch die Möglichkeit, in Livestreams mit den Followern in Interaktion zu gehen.
  • Tipp 2: Überlege Dir im Vorfeld, wie oft und womit Du Deine Zielgruppe erreichen möchtest. Wie kannst Du regelmäßig und konsistent präsent bleiben, ohne dabei überfordert zu sein? Es ergibt überhaupt keinen Sinn, wenn Du euphorisch mit etwas startest, damit jedoch nach kürzester Zeit wieder aufhörst, weil es Dir zu viel wird. Bedenke, dass auch Rom nicht an einem Tag erbaut wurde und es gerade in der heutigen Zeit länger dauern kann, bis Deine Aktivitäten auf Aufmerksamkeit und Resonanz stoßen.
  • Tipp 3: Probiere auch einmal etwas Neues aus. Experimentiere neben Deinem Blog auch mit anderen Content-Formaten wie Videos, Podcasts oder Bildbeiträgen, um herauszufinden, was Dir Freude bereitet und bei Deinen Followern gut ankommt. Achte dabei auch auf Deine visuelle Erscheinung. Gerade für Kreative kann die ästhetische Gestaltung von Posts und Profilen einen großen Unterschied machen und dabei helfen, Deine eigene Marke visuell zu stärken.
  • Tipp 4: Achte darauf, wessen Rat Du befolgst. Es ergibt keinen Sinn, wenn Du etwas nur deshalb in Angriff nimmst, weil es „alle“ so machen. Aktuell sprießen zahlreiche selbst ernannte Social-Media-Gurus wie die Schwammerln (so nennt man bei uns in Österreich Pilze) aus dem Boden. Manche ködern mit realitätsfremden Versprechungen, nach dem Motto: in einer Woche von 0 auf 1.000 Follower auf Instagram. Achte gerade dabei darauf, ob es eine seriöse oder dubiose Methode ist. Finger weg von unrealistischen Versprechungen, mit denen es angeblich viel schneller geht.
  • Tipp 5: Nutze Analyse-Tools, um den Erfolg Deiner Social-Media-Aktivitäten zu messen und Deine Strategie entsprechend anzupassen. Bleibe bei Deinen Erwartungen an die Ergebnisse realistisch. Gib nicht frühzeitig auf, weil Du überzeugt bist, dass Du und Deine Arbeit nicht schnell genug bekannt werden, siehe auch Tipp 2.
Letztlich sind soziale Medien essenziell geworden, um Deine (kreative) Arbeit der Welt zu zeigen und Dich mit einem größeren Publikum auszutauschen. Überlege Dir einen Weg, der zu Dir und Deiner Arbeit passt. Im Idealfall siehst Du die Erstellung Deiner Inhalte nicht als Mühe, sondern gewinnst auch Freude daraus, weil Du auch dort kreative Ideen umsetzen kannst.

Empfohlene Posts

Social Media: Fluch oder Segen?

Ist Social Media schädlich und für wen? Was sollten wir über Soziale Medien wissen, auch wenn wir nicht selbst dort aktiv sind? Diesen und w...

Beliebte Posts