Sommerzeit ist bei vielen auch Urlaubs- bzw. Reisezeit. Manche zieht es in die Berge, andere entspannen im Schwimmbad, am See oder am Meer und eine weitere Gruppe besichtigt eine andere Region oder entdeckt eine Stadt. Während wir diese für uns besonderen Orte genießen, macht unser Kopf keine Pause.
Vielleicht beobachten wir andere Menschen und machen uns über sie Gedanken. Oder wir überlegen, was wir noch besichtigen, später unternehmen oder essen wollen. Uns fällt ein Gespräch ein, das wir heute oder vor ein paar Tagen geführt haben. Eventuell haben wir eine Idee oder uns fällt die Lösung für ein Problem ein, über das wir schon länger nachgedacht haben.
Denken über das Denken
Manchmal denken wir nicht nur darüber nach, sondern wir beobachten auch unser eigenes Denken. Vielleicht fällt uns auf, dass wir nicht nur andere Menschen beobachten, sondern auch automatisch miteinander oder mit uns selbst vergleichen. Wieso finden wir diese Mitreisenden sympathisch und die anderen weniger? Warum fällt uns ausgerechnet diese Person auf? Hat sie Gemeinsamkeiten mit uns oder erinnert sie uns an jemanden?
Wenn wir überlegen, was wir noch besichtigen oder später unternehmen wollen, bemerken wir vielleicht, dass wir gar keine Pläne haben, sie ständig verändern oder strikt verfolgen. Möglicherweise wird uns bewusst, dass wir uns ausschließlich auf die Leute verlassen, mit denen wir unterwegs sind.
Auch bei einem Gespräch, das uns wieder einfällt, können wir uns fragen, warum uns gerade die eine Aussage im Gedächtnis geblieben ist. Vielleicht beschäftigt sie uns, vielleicht finden wir sie amüsant oder wir sehen das Gesagte inzwischen ganz anders. Wenn uns plötzlich eine Idee oder Lösung für ein Problem einfällt, fragen wir uns vielleicht: Warum bin ich nicht schon viel früher auf diese Idee gekommen?
Während wir über unser Denken nachdenken, fragen wir uns vielleicht, ob wir es damit nicht schon ein wenig übertreiben. An der Stelle kann ich Dich beruhigen: Das ist ganz normal und dafür gibt es auch eine Bezeichnung: Metakognition. Dieses Wort ist aus dem Griechischen abgeleitet. „Kognition“ steht für geistige Vorgänge und „Meta“ bedeutet „über“. Metakognition ist somit der Sammelbegriff für das Nachdenken über unser Denken.
Metakognition beim Lesen oder Hören
Stell Dir vor, Du liest eine Zeitschrift oder ein Buch, hörst einen Podcast oder ein Hörbuch. Du stellst fest, dass Du gerade nicht aufmerksam warst, weil Du mit Deinen Gedanken abgeschweift bist. Dass wir das überhaupt bemerken, ist bereits ein Beispiel für unsere Metakognition. In dem Moment überprüfen wir unser eigenes Verständnis.
Vielleicht blättern oder spulen wir zurück und lesen die Seite bzw. hören die Passage noch einmal. Vielleicht legen wir die Zeitschrift oder das Buch weg oder schalten den Audioplayer ab, weil wir gerade zu müde sind. Bei einem komplizierten Thema lesen wir langsamer oder schlagen einen Begriff nach. Vielleicht stellen wir auch fest, dass uns ein bestimmtes Kapitel überhaupt nicht interessiert und überspringen es.
Das bedeutet, wir beobachten also nicht nur, was im Buch steht. Wir beobachten auch, wie wir selbst mit dem Gelesenen oder Gehörten umgehen. Genau solche Fragen rund um das Lesen beschäftigten mich in den vergangenen Wochen auch in meiner Podcast-Serie des Schreibgeflüster-Podcasts. Du kannst dort jederzeit gerne reinhören.
Schriftliche Selbstbeobachtung und Selbstreflexion
In einem Tagebuch oder Journal könnten wir unsere Beobachtungen, unsere Erlebnisse, unsere Gedanken oder auch unsere Ideen notieren. Wenn wir ein Reisetagebuch führen, könnten wir über die Eindrücke, die uns unterwegs aufgefallen sind, schreiben. Eventuell verschriftlichen wir die Gedanken, die uns durch den Kopf gegangen sind oder welche Erinnerungen an besondere Momente wir für später bewahren wollen.
Metakognition ist auch schriftlich möglich, wie etwa durch Selbstbeobachtung und Selbstreflexion durch Schreiben. Beispiele und Anregungen dazu findest Du hier im Blog, auf meinem YouTube-Kanal oder auch im Schreibgeflüster-Podcast.
Falls Du Dich inspirieren lassen und gemeinsam in der Gruppe reflektieren möchtest, könnte der Reflexionsclub für Dich interessant sein. Schau gerne mal vorbei.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen