16.2.25

Mitgefühl – eine wertvolle Fähigkeit

Empathie fördert nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen, sondern beeinflusst auch unser eigenes Wohlbefinden, unsere Leistungsfähigkeit und unsere Widerstandskraft gegenüber Herausforderungen. Einfühlungsvermögen gehört zu den wichtigsten Soft Skills in einer zunehmend vernetzten und kooperativen Welt. Wie uns Schreiben dabei unterstützen kann, Mitgefühl zu entwickeln, schauen wir uns im heutigen Blogbeitrag an.

Zwei Dimensionen des Mitgefühls

Mitgefühl bedeutet, die Welt aus der Perspektive anderer zu sehen. Wer sich in die Herausforderungen, Ängste und Hoffnungen seiner Mitmenschen hineinversetzt, kann authentische Beziehungen aufbauen und effektiver kommunizieren. Dies ist nicht nur im privaten Bereich nützlich, sondern auch im Berufsleben von Vorteil, wo Teamarbeit und Zusammenarbeit immer wichtiger werden.

Es gibt noch eine zweite Seite: Während es leichter fällt, uns in anderen einzufühlen, sind wir uns selbst gegenüber manchmal unfreundlich oder garstig. Selbstmitgefühl bedeutet, sich auch in schwierigen Zeiten mit Verständnis und Nachsicht zu begegnen, anstatt sich durch harte Selbstkritik zu entmutigen. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass wir entscheiden, wie wir uns selbst behandeln: optimalerweise wie einen lieben, uns nahestehenden Menschen. Was bringt es uns?

Vorteile des Selbstmitgefühls

  • Resilienz und psychische Widerstandskraft: Menschen mit stark ausgeprägtem Selbstmitgefühl gehen konstruktiver mit Fehlern und Misserfolgen um. Sie sehen Rückschläge als Lernchancen und lassen sich nicht von Selbstzweifeln lähmen.
  • Motivation und Leistungsfähigkeit: Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit hohem Selbstmitgefühl langfristig motivierter sind. Da sie Fehler als Teil des Lernprozesses akzeptieren, bleiben sie handlungsfähig und lassen sich weniger von Perfektionismus blockieren.
  • Stressbewältigung und Wohlbefinden: Selbstmitgefühl hilft, Anspannungen loszulassen und innere Stabilität zu entwickeln. Wer sich selbst mit Nachsicht begegnet, kann besser mit Herausforderungen umgehen und findet schneller zu emotionaler Balance zurück.

Mitgefühl entwickeln

Somit ist hoffentlich klar, dass Mitgefühl kein Luxus, sondern eine wertvolle Fähigkeit ist, die sowohl anderen als auch uns zugutekommt. Apropos gut: Wie können wir unser Mitgefühl steigern? 

Forschungsergebnisse zeigen, dass das Lesen von Romanen Empathie steigern kann. Insbesondere literarische Werke mit tiefgründigen Charakteren können uns dazu anregen, uns in andere Menschen hineinzuversetzen und über soziale Beziehungen nachzudenken. Das kann einen positiven Einfluss auf unsere Fähigkeit haben, mitfühlend zu sein. Um einen langfristigen Effekt zu erzielen, ist es wichtig, regelmäßig zu lesen und sich aktiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen.

Schreiben ist eine weitere wirkungsvolle Möglichkeit, um Mitgefühl für uns selbst zu entwickeln. Nimm Dir ein Blatt Papier und einen Stift und notiere spontan alle Gedanken und Gefühle, die Dir gerade in den Sinn kommen. Schreibe bitte alles auf, ohne es zu bewerten.

Lies Dir bitte hinterher Deine Aufzeichnungen erneut durch. Frage Dich: 

  • Wie spreche ich hier mit mir? 
  • Würde ich so mit einer guten Freundin oder einem guten Freund reden? 
Falls Du feststellen solltest, dass Du sehr kritisch mit Dir sprichst, nimm Dir bitte ein weiteres Blatt Papier und formuliere es so lange um, bis es positiv und ermutigend klingt. Diese Übung kannst Du jederzeit wiederholen. Auch hier reicht es nicht ein Mal, sondern ich empfehle Dir, Deine Gedanken längerfristig schriftlich zu beobachten, um eine Veränderung zu erzielen.

Eine weitere Methode, die ich regelmäßig anwende: Notiere Dir, wofür Du heute dankbar bist. Das kann etwas Einfaches oder Kleines sein, wie Vogelgezwitscher, ein freundlicher Blick auf der Straße oder dass Du etwas (Gutes) zu essen hast.

Wesentlich ist, dass Du Deine Aufmerksamkeit auf das richtest, was Du bereits hast, besitzt oder das Du schon erreicht hast, anstelle ständig darauf zu schauen, was noch fehlt. Dankbarkeit stärkt Deine Zufriedenheit und Dein Selbstvertrauen und hilft Dir, eine wohlwollendere Perspektive auf Dich selbst zu entwickeln. Höre Dir gerne meine Podcast-Episode zu Dankbarkeit an, um das Thema zu vertiefen.

Mitgefühl als nachhaltige Erfolgsstrategie

In einer Welt, in der uns ständig vermittelt wird, dass nur Konkurrenz und Leistungsdruck zählen, ist Empathie Dein entscheidender Vorteil. Wer anderen und sich selbst mit Verständnis begegnet, fördert nicht nur die Entwicklung gesunder Beziehungen, sondern auch eine widerstandsfähige und ausgeglichene innere Haltung. Mitgefühl ist somit auch eine der geheimen Grundlagen für persönlichen und beruflichen Erfolg.

Schau gerne auch auf meinem YouTube-Kanal vorbei oder werde Mitglied in meiner kostenlosen Facebook-Gruppe – dort findest Du Tipps zu Selbstbeobachtung und Selbstreflexion durch Schreiben.

26.1.25

Was sind Affirmationen?

Wer kennt es nicht? Wenn wir ein ermutigendes Gespräch mit einem lieben Menschen geführt haben, fühlen wir uns motiviert und inspiriert. Einen ähnlichen Effekt können Affirmationen auf uns haben. Was sie sind, wo und wie sie im Alltag bereits indirekt wirken und wie wir sie für uns nutzen können, werden wir uns im heutigen Blogbeitrag näher ansehen. 

Bestärkung schützt uns

Affirmationen sind positive Aussagen. Wir können sie dazu nutzen, um unser Denken in die gewünschte Richtung zu lenken. Anstelle uns zu sagen: „Ich bin nicht gut genug“ könnten wir eine unterstützende Botschaft daraus machen: „Ich mag mich“. Wenn wir von uns eine gute Meinung haben, wirkt diese bestärkend, ähnlich wie ein Schutzschirm. 

Stell Dir vor, Dein Selbstbild wird bedroht, wie durch Kritik von außen. Du fühlst Dich weniger angegriffen, wenn Du davor bereits ein positives Bild von Dir hast. Der Sozialpsychologe David  Sherman, Professor für Sozialpsychologie an der University of California, hat sich in mehreren Publikationen zur Selbstbestätigungstheorie genau damit beschäftigt. Wer liebevoll von sich denkt, kann durch Kritik weniger aus der Bahn geworfen werden. Dies ist der Kern der Selbstbestätigungstheorie, die zeigt, dass positive Überzeugungen über sich selbst dazu beitragen können, Herausforderungen und Kritik besser zu bewältigen.

Vorsicht vor inneren Antreibern 

Bist Du hingegen nicht von Dir überzeugt, kommen selbst bei kleinen Äußerungen sofort Selbstzweifel auf. Manche Menschen setzen sich auch ohne äußeren Einfluss selbst unter Druck. Ein Beispiel dafür sind die sogenannten inneren Antreiber, die ich bereits vor einiger Zeit in einem Blogbeitrag vorgestellt habe. Wir reden uns ein, dass wir perfekt, stark oder schnell sein müssen, es allen recht machen oder uns anstrengen sollen. Wer so über sich denkt, braucht sich nicht wundern, wenn er ständig Gründe findet, wieso er seine Ziele nicht erreichen kann.

Denkfehler positiv nutzen

Es gibt jedoch einen Denkfehler, den ich im letzten YouTube-Video vorgestellt habe, den Du – gleich ob Du bereits positiv von Dir denkst oder noch nicht – für Dich nutzen kannst.  Der Wahrheitseffekt (Truth Effect) ist eine kognitive Verzerrung, die dazu führt, dass wir etwas als wahr empfinden, nur weil wir es häufig hören oder lesen. Dieser Denkfehler, der bereits in mehreren Studien nachgewiesen wurde, erklärt unter anderem, warum Werbung so effektiv ist. 

Ein bekanntes Beispiel ist die jahrzehntelange Annahme, dass Spinat viel Eisen enthält. Wie wir heute wissen, stellte sich diese Werbeaussage als Mythos heraus. Doch der Wahrheitseffekt beeinflusst nicht nur unser Konsumverhalten durch sich ständig wiederholende Werbung, sondern kann uns auch beim Erreichen unserer Ziele durch das Verändern unseres Denkens helfen. 

Durch die Wiederholung motivierender und bestärkender Aussagen können uns Affirmationen überzeugen, ähnlich wie eine für uns maßgeschneiderte Werbekampagne. Wie Werbung unsere Wahrnehmung durch Wiederholung beeinflusst, können wir Affirmationen dazu nutzen, um positive Gedanken zu verinnerlichen. 

Der Unterschied liegt darin, dass wir Werbung oft passiv konsumieren und den Einfluss kaum bemerken. Bei Affirmationen hingegen können wir die Gestaltung unserer Sichtweise aktiv in die Hand nehmen, indem wir diese formulieren und aufschreiben. Darauf gehen wir gleich ein.

Ursprung der Affirmationen

Davor schauen wir uns noch an, woher Affirmationen stammen. Sie sind keine neue Erfindung, sondern wurden bereits in früheren Zeiten genutzt. Schon in der Antike verwendeten Philosophen wie Marc Aurel ähnliche Techniken in Form von Selbstgesprächen, um das eigene Denken zu lenken. Außerdem sind sie in spirituellen Traditionen wie dem Buddhismus zu finden, wie durch das Wiederholen von Mantras bei Meditationen. Mantras sind kurze Merksprüche oder klangvolle Silben. Im Christentum wurden Affirmationen in Gebeten oder für Glaubensbekenntnisse eingesetzt. 

Affirmationen aufschreiben

Durch das tägliche Aufschreiben der Affirmationen können wir den Wahrheitseffekt dazu nutzen, um alte Gedanken durch neue und bestärkende Botschaften zu ersetzen. Das kann uns dabei helfen, unsere Ziele, wie Neujahrsvorsätze, leichter zu erreichen. 

Meine Empfehlung ist, diese Affirmationen so lange zu praktizieren, bis sie für Dich selbstverständlich geworden sind. Zusätzlich ist es sinnvoll, sie Dir auch hinterher regelmäßig in Erinnerung zu rufen – ähnlich wie bei der Dankbarkeitspraxis. Denn wie beim Zähneputzen oder beim Sport sorgt die regelmäßige Umsetzung im Alltag für dauerhafte Wirkung. Das wissen auch Markenhersteller und wiederholen trotz weltweiter Bekanntheit regelmäßig ihre Werbebotschaften.

Wie formuliere ich eine Affirmation?

Wenn es darum geht, sich bestärkende Botschaften auszudenken, findest Du online oder in Ratgeber-Büchern zahlreiche Anleitungen. Ähnlich wie bei einem Werbeslogan ist es wichtig, diese möglichst einfach und leicht verständlich zu formulieren:  
  • Ich-Form, 
  • positiv,  
  • aktiv und
  • einfach.
Hier sind ein paar Beispiele: „Ich mag mich“, „Ich bin sportlich“, „Ich bin glücklich“ „Ich bin erfolgreich“, „Ich lerne einfach“. Ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht, mich auf Fähigkeiten oder Eigenschaften zu fokussieren.

Wichtig: Negationen haben logischerweise, ebenso wie negative Worte, in bestärkenden Botschaften nichts zu suchen, also etwas wie: „Ich hasse mich“ oder „Ich bin nicht faul“ oder „Ich versage nicht“. 

Afformationen als Ergänzung

Afformationen sind eine Variante der Affirmationen. Anstelle positive Aussagen zu formulieren, stellst Du Dir positive Fragen. Diese Methode wurde vom Autor und Coach Noah St. John entwickelt. In der positiven Psychologie wird zunehmend untersucht, wie Fragen auf das Gehirn wirken. Man stellte fest, dass Fragen unser Unterbewusstsein besser dazu anregen können, nach Antworten zu suchen und kreativ in Richtung positiver Lösungen zu lenken.

Ein Beispiel:

  • Affirmation: „Ich bin erfolgreich.“
  • Afformation: „Warum bin ich erfolgreich?“

An diesem Beispiel siehst Du, wie durch die Frage die Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird, neue Möglichkeiten zu suchen. Fragen lenken unser Denken nicht nur in Richtung positiver Lösungen, sondern gleichzeitig umgehen sie einen inneren Widerstand. Innerer Widerstand kann unter Umständen bei klassischen Affirmationen entstehen, wenn wir etwas behaupten, das wir bislang noch nicht sind oder noch nicht erreicht haben und daher noch nicht glauben.

Meiner Erfahrung nach ändert sich dieser Widerstand im Laufe der Zeit ganz von alleine. Ich  persönlich nutze zu Beginn lieber Afformationen. Später, wenn ich etwas bereits geändert habe, fühlen sich auch Affirmationen gut und bestärkend an.

Affirmationen und Afformationen beim Schreiben nutzen

Ob Du an Deinen Neujahrsvorsätzen arbeiten, Deine beruflichen Ziele voranbringen oder Dein Selbstbewusstsein stärken willst – Affirmationen und Afformationen können Dich dabei unterstützen, Dein Denken gezielt zu lenken. 

Probiere es gleich aus:

  • Affirmationen: Schreibe jeden Tag drei positive Aussagen auf, die Dich beim Erreichen Deiner Ziele unterstützen. Formuliere sie einfach, aktiv und positiv, wie: „Ich mag mich.“
  • Afformationen: Notiere Dir Fragen, die Dich dabei inspirieren, wie: „Warum bin ich glücklich?“
Kombiniere beides, um herauszufinden, was für Dich optimal funktioniert.

Schritt für Schritt 

Jede Affirmation oder Afformation ist ein kleiner Schritt in Richtung Deiner gewünschten Ziele. Beginne am besten gleich damit, um Dein Denken nach Deinen Wünschen zu verändern. 

Schau gerne auch auf meinem YouTube-Kanal vorbei oder werde Mitglied in meiner kostenlosen Facebook-Gruppe – dort findest Du Tipps zu Selbstbeobachtung und Selbstreflexion durch Schreiben.

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