11.6.23

Schreiben für Introvertierte

In einer von klassischen Medien und Social Media geprägten Gesellschaft wirkt es so, als ob vor allem laute Stimmen und extravertierte Persönlichkeiten gefragt sind. Leider sind es keine guten Voraussetzungen für introvertierte Menschen, die sich bei all der Informationsflut manchmal übersehen oder unverstanden fühlen. Schreiben bietet allen Introvertierten hervorragende Möglichkeiten, ihre Stärken zu nutzen.

Was ist Introversion genau? Es wird oft mit Schüchternheit gleichgesetzt, was jedoch völlig falsch ist. Schüchterne Menschen leiden darunter, dass sie in Gesellschaft anderer Menschen viel zu zurückhaltend sind. Sie fühlen sich in Gruppen unsicher und fürchten, unangenehm aufzufallen oder von anderen Menschen abgelehnt oder kritisiert zu werden. Dieses Verhalten ist durch negative Erfahrungen in der Vergangenheit entstanden. 

Introversion ist kein Verhalten, sondern ein Merkmal der Persönlichkeit, das nach aktueller psychologischer Forschung angeboren ist und durch äußere Einflüsse wie durch andere Menschen kaum veränderbar ist. Introvertierte Menschen richten ihre Aufmerksamkeit gerne nach innen und schöpfen dabei Energie. Sie denken sorgfältig nach, bevor sie sprechen. Introvertierte blühen durch das Alleinsein auf. Sie fühlen sich in kleineren, ruhigen oder vertrauten Gruppen wohler als bei Großveranstaltungen. 

Schreiben bietet für Introvertierte viele Möglichkeiten, diese Stärken weiter zu entfalten. Introvertierte Menschen können durch Schreiben ihre Innenwelt noch besser beobachten, reflektieren und entdecken. Indem sie ihre Gedanken und Emotionen schriftlich ergründen, können sie eine tiefere Verbindung zu sich selbst herstellen. Schreiben kann ihnen auch dabei helfen, ihre Ängste und Sorgen zu bewältigen und ihre Stärken und Talente zu entdecken.

Introvertierte entwickeln im Laufe der Zeit durch das Schreiben ihre innere Stimme, mit der sie sich in der lauten Welt Gehör verschaffen können. Beim Aufschreiben haben sie genügend Zeit, sorgfältig über ihre Worte nachzudenken, ihre Ideen auszuarbeiten und ihre Gedanken klar zu strukturieren. 

Regelmäßiges Schreiben verbessert automatisch die schriftliche Kommunikation mit anderen. Introvertierte Menschen lernen durch Schreiben, ihre Botschaften auf ihre eigene Art und Weise präzise und klar auszudrücken, ohne von der Schnelligkeit oder Dominanz mündlicher Kommunikation überwältigt zu sein. 

Dieses Verhalten stärkt das Selbstvertrauen, Gedanken und Ideen in Worte zu fassen und diese mit anderen zu teilen. Introvertierte Menschen erkennen ihre eigenen Fähigkeiten und den Wert ihrer Stimme. Dies kann eine wichtige Quelle des Stolzes und der Bestätigung sein und dazu beitragen, das Selbstbewusstsein zu stärken.

Langfristig gesehen reduziert Schreiben den Druck, den viele Introvertierte im Kontakt mit anderen oder mit fremden Menschen spüren. Häufig erwartet jeweilige Gegenüber von ihnen, dass sie sofort antworten. Wenn Introvertierte regelmäßig schreiben, unterstützt es sie dabei, sich auch im Dialog mit anderen klar und präzise auszudrücken.

Schreiben ermöglicht Introvertierten überdies, ihre Fantasie und Kreativität auszuleben. Es eröffnet neue Welten, in denen sie ihre eigene Geschichte erzählen können. Ob es sich um das Verfassen von Geschichten, Gedichten oder Tagebucheinträgen handelt – das Schreiben ermöglicht es ihnen, ihre einzigartige Sichtweise auf die Welt zu Papier zu bringen.

Introvertiertheit ist fürs Schreiben kein Hindernis – im Gegenteil. Gerade Introvertierten bietet Schreiben einen hervorragenden Weg, um sich selbst zu entdecken, sich auszudrücken, besser mit anderen zu kommunizieren und gleichzeitig ihre kreative Seite auszuleben. 

Wenn Du Dich mehr mit dem Schreiben beschäftigen möchtest, schau gerne auf meinen anderen Kanäle vorbei wie dem Schreibgeflüster Podcast oder meinem YouTube-Kanal.

21.5.23

Wer lenkt Dein Leben?

Die heutige Zeit bietet Dir viele Möglichkeiten. Du kannst Dich mit Menschen auf der ganzen Welt vernetzen, an Fortbildungen aus anderen Erdteilen teilnehmen oder bahnbrechende technologische Neuerungen wie künstliche Intelligenz ausprobieren, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Diese mannigfaltigen Optionen bieten Dir viele Chancen, die sich frühere Generationen nicht einmal hätten vorstellen können. 

Unsere Vorfahren waren deutlich mehr physischen Einflüssen ausgesetzt, die für schwierige Lebens- und Arbeitsbedingungen gesorgt haben wie Staub, Lärm, hohe oder niedrige Temperaturen. Auch später blieben sie nicht vor Einflüssen verschont: Von den lieben Kollegen oder Kolleginnen im Beruf, die etwas von ihnen wollten, während sie gerade anderweitig beschäftigt waren. Oder wenn spontan Familienmitglieder, Freunde oder Freundinnen zu Besuch kamen, obwohl sie etwas ganz anderes vorhatten. 

Im letzten Jahrhundert kamen die ersten technischen Innovationen hinzu. Radiogeräte und später auch Fernseher verbreiteten sich in vielen Haushalten, später folgte die digitale Informationstechnologie. Heute besitzen alle ein oder sogar mehrere Smartphones. Unterschiedliche Apps buhlen um unsere Aufmerksamkeit. Vor allem Social Media Plattformen senden ständig Benachrichtigungen, um uns wieder in die App zu holen.

Unser Gehirn reagiert, wie jenes vieler anderer Tiere, automatisch auf diese neuen Reize. Solche Reaktionen laufen automatisch ab und sind erforderlich, um auf potenzielle Gefahren reagieren zu können. Neue Impulse fördern grundsätzlich unsere geistige Fitness und sorgen für das Wachstum und die Entwicklung unseres Gehirns. Zu viele gleichzeitig davon, wie beim Multitasking oder durch permanent neue Benachrichtigungen, sorgen jedoch für Stress. Wenn das Gehirn ständig zwischen unterschiedlichen Aufgaben wechselt, ist das anstrengend und ineffektiv.

Diese Vielzahl an Reizen hat weitere Nachteile. Je mehr Angebot zur Verfügung steht, desto schwieriger ist es, eine Entscheidung zu treffen, was wir machen sollen. Dieses Phänomen heißt „Auswahlparadox“ und ist im Jahr 2000 wissenschaftlich erforscht worden. Jetzt wirst Du vielleicht besser nachvollziehen können, warum am 1. Jänner so viele Menschen mit großer Begeisterung neue Vorsätze treffen. Diese werden wenige Tage später wieder durch neue Optionen ersetzt oder wir fallen in vertraute Gewohnheiten zurück. Werden uns gerade am Anfang einer neuen Aktivität permanent neue Möglichkeiten der Ablenkung präsentiert, fällt es uns schwerer, an dieser längerfristig dranzubleiben. 

Das Aufschreiben Deiner täglichen Gewohnheiten unterstützt Dich dabei, an Deinen Zielen weiter dranzubleiben. Mal angenommen, Du warst an einem Tag nicht so diszipliniert wie sonst. Selbstreflexion durch Schreiben hilft Dir dabei, die Ursachen für Dein Problem herauszufinden. Du nimmst durch die schriftliche Reflexion sofort die Kontrolle über Dein Leben zurück. Das Aufschreiben negativer Ablenkungen bringt Dir sofortige Klarheit, was Dich von Deinen Zielen fernhält. Du kannst Dir nun konkrete Schritte überlegen, wie Du sie künftig vermeiden kannst. 

Auch wenn Du Dich gestresst fühlst, bietet Dir Schreiben einen positiven Ausgleich. Indem Du Deine Gedanken, Gefühle, Erlebnisse oder Erfahrungen aufschreibst, kannst Du Dich von dem, was Dich zurzeit belastet, lösen. Lenke hinterher Deine Aufmerksamkeit auf das, was für Dich zurzeit wesentlich ist. Schreiben hilft Dir also auch, Stress abzubauen, Deinen Geist zu erfrischen und Deine Kreativität auf Deine Ziele zu richten. 

Achte in jenen Phasen, wo Du fokussiert arbeiten möchtest, auf eine ruhige und störungsfreie Arbeitsumgebung. Prüfe kritisch die Einstellungen der Benachrichtigungen verschiedener Apps auf Smartphone, Tablet und Computer. Reduziere sie auf diejenigen, die in dem Moment wichtig sind. Regelmäßige Pausen helfen Dir, Deine Konzentrationsfähigkeit zu verbessern und Stress abzubauen. 

Selbstbeobachtung durch Schreiben unterstützt Dich in allen Lebensbereichen. Nutze Schreiben, um Deine persönlichen Strategien zu entwickeln. Dadurch reduzierst Du negative Ablenkungen auf ein Minimum und erreichst künftig unaufhaltsam Deine Ziele.

Schau gerne auf meinem YouTube-Kanal vorbei, dort findest Du viele weitere Informationen und Tipps zu diesen Themen.

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